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Keine Probleme mit Hagen: Schweinfurt holt die Bronzene

Kellinghusen (DFBL/bec). Bronze bei den Männern gewinnt die Mannschaft des TV Schweinfurt-Oberndorf. Gegen den TSV Hagen 1860 setzt sich die Mannschaft von Nationalmannschaftskapitän Fabian Sagstetter deutlich mit 3:0 Sätzen durch.

Nach dem begeisternden Flutlicht-Match vom Samstagabend, in dem Hagen nur ganz knapp dem Serienmeister TSV Pfungstadt unterlegen war, wollten sich die von vielen Fans unterstützten Westfalen unbedingt mit Edelmetall belohnen. Doch der TV Schweinfurt-Oberndorf war am heutigen Tag einfach zu stark. Auf dem windigen Centercourt stellten Oliver Bauer und Sagstetter ihre Kontrahenten immer wieder vor Probleme.

In Satz eins setzen sich die Franken schnell ab, führen schon nach wenigen Minuten mit 8:4. Hagen gelingen maximal zwei Punkte in Serie, sodass der Durchgang relativ ungefährdet mit 11:8 nach Schweinfurt geht.

Noch deutlicher läuft es im zweiten Abschnitt: Nach 1:0-Führung des TSV zieht der TVO schnell davon, macht nach 7:5-Zwischenstand wieder vier Punkte in Serie und das 11:5 klar.

Hagens Fans versuchen, ihr Team noch einmal zurück ins Match zu pushen – doch mehr als eine 2:0-Führung im dritten Durchgang will einfach nicht gelingen. Bis zum 8:8 sind beide auf Augenhöhe, dann entscheidet Schweinfurt wieder die wichtigsten Ballwechsel des Spiels für sich: 11:9 und damit 3:0 für Schweinfurt-Oberndorf, den Bronzemedaillengewinner der Kellinghusen-DM.


Calw gewinnt Bronze-Match gegen den Gastgeber

> BRONZE-BUSSI VON SANDRA JANOT (FOTO: (DFBL/SCHÖNWANDT)

Kellinghusen (DFBL/bec). Der Traum von der DM-Medaille daheim hat sich für die Frauen des VfL Kellinghusen nicht erfüllt: Im Spiel um Bronze unterlag der VfL dem TSV Calw mit 0:3 Sätzen.

Nach dem überraschenden Halbfinaleinzug am DM-Samstag mit dem Sieg gegen den klaren Favoriten TSV Dennach war die Hoffnung unter den vielen Heimfans groß, dass der VfL auch am Sonntag an die gezeigte Leistung anknüpfen kann. 

Der Tabellenerste der Süd-Bundesliga aus Calw, der sein Semifinale gegen Ahlhorn mit 2:3 verloren hatte, hat von Beginn an viel Arbeit mit dem Heimteam. Das Angriffsduo Henriette Schell und Stephanie Dannecker kommt nur selten gegen die Kellinghusen-Defensive durch und holt sich den Auftaktsatz erst in der Verlängerung mit 12:10.

Deutlich schneller ist der zweite Satz dann gespielt: Mit 11:4 geht auch der an den amtierenden deutschen Hallenmeister.

Als dann viele schon mit einem schnellen Ende rechnen, kommt der Gastgeber noch einmal zurück in die Begegnung: Calw fehlen beim Stand von 9:7 nur noch zwei Punkte bis zum Gewinn der Bronzemedaille. Doch die nächsten vier Bälle holt der VfL – der damit auch gleich auf 1:2 verkürzen kann.

Doch einen Zwei-Satz-Vorsprung vergibt der TSV Calw nicht nochmal: Bis zum 5:4 hält Kellinghusen mit, dann zieht Calw auf 8:5 und 10:6 davon. Mit dem dritten Matchball wird die Bronzemedaille dann eingetütet.


Der Dämmer-Thriller: Pfungstadt zittert sich ins Endspiel

> PFUNGSTÄDTER JUBEL IM FLUTLICHT VON KELLINGHUSEN (FOTO: DFBL/SCHÖNWANDT)

Kellinghusen (DFBL/bec). Mit einem Spektakel endet der erste DM-Tag von Kellinghusen. Der große Favorit Pfungstadt ringt Außenseiter Hagen erst nach fünf Sätzen und nach einem zwischenzeitlichen Platzwechsel nieder.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stehen sich vor immer noch vollen Rängen der Titelfavorit TSV Pfungstadt und der Nord-Vize TSV Hagen 1860 gegenüber. Pfungstadt mit seinen vier frischgebackenen Weltmeistern Patrick Thomas, Sebastian Thomas, Ajith Fernando und Jonas Schröter macht erste Punkt. Doch so richtig kommt der TSV nicht weg – und als Hagens Philip Hofmann mit zwei starken Schlägen das 5:3 für Außenseiter Hagen erspielt, ist der Jubel im gelben Fanblock natürlich riesig. Sogar das 7:4 gelingt Hofmann wenig später. Pfungstadt ist wie erwartet schnell wieder dran – Patrick Thomas Rückschläge sind erneut kaum zu erreichen. Doch Satzbälle und wenig später auch den Auftaktsatz holen sich die Hagener. Hofmann mit einem Ass zum überraschenden 11:9.

Und Hagen, vor allem Hofmann, spielt weiter das Spiel seines Lebens. Durch die Mitte sorgt er (nach sensationeller Abwehr von Olaf Machelett) wieder für eine Hagener 4:2-Führung.Bei 5:4 Hagen wollen viele Zuschauer eine Thomas-Angabe im Netz gesehen haben, doch der Schiedsrichter entscheidet für Pfungstadt. Danach macht Pfungstadt richtig Druck und zieht weg. Satzball Nummer eins sitzt zum 11:8. 

Nun rollt der Pfungstädter Express: Patrick Thomas ist auch mit viel Auge erfolgreich und Zweitangreifer Johannes Jungclausen kann ebenfalls punkten – 4:0 für den ungeschlagenen Meister der Süd-Bundesliga. Hagen-Coach Dirk Schachtsiek reagiert. Er nimmt seinen Sohn Ole aus dem Spiel und bringt Florian Sträßer. Namensvetter Florian Kutscher übernimmt den Angriff von Hofmann. Die Hessen stört das nicht – ungerührt ziehen sie auf 8:0 davon. Nach etwas Ergebniskosmetik schlägt Thomas sein nächstes Ass zum 10:3. Nummer zwei sorgt für das 11:4.

Dann wird es kurios: Weil die Dunkelheit das Spielen auf dem Centercourt immer schwieriger macht, wechseln die Teams auf den Nebenplatz mit Flutlicht. Hagen, wieder mit Angreifer Hofmann, hat in der 15-Minuten-Pause neuen Mut geschöpft und spielt plötzlich wieder, wie zu Beginn der Partie. Thomas und den Pfungstädtern fällt auf einmal nichts mehr ein – und Hagen zieht auf 8:3 sowie 9:4 davon. Dann serviert der Weltmeister ins Aus und verschafft dem Außenseiter eune ganze Batterie an Satzbällen. Mit einem Hofmann-Ass gelingt dann das vielumjubelte 11:5. Wieder gibt es die Entscheidung erst im fünften Satz.

Auch hier sind es anfangs die Hagener, die mit den schwierigen Licht- und Bodenverhältnissen besser zurecht kommen. Doch beim letzten Seitenwechsel ist Favorit Pfungstadt wieder vorne – Stefan Bösch bekommt einen Rettungsball nicht mehr über das Netz. Danach gelingt Hagen nicht mehr viel – und Pfungstadt zittert sich in das eigentlich sicher erwartete Finale. Johannes Jungclausen setzt den letzten Rückschlag lang auf Kevin Schmalbach zum 11:7.

Damit kommt es im Finale am Sonntag zum ewigen Duel zwischen Prungstadt und Berlin. Hagen kann sich zuvor gegen Schweinfurt mit Bronze belohnen.


Schneverdingen löst Finalticket gegen Kellinghusen

> SCHNEVERDINGER JUBELTRAUBE (FOTO: DFBL/SCHÖNWANDT)

Kellinghusen (DFBL/bec). Mit leichten Anfangsschwierigkeiten hat sich der TV Jahn Schneverdingen seinen Platz im DM-Endspiel gesichert. Im Halbfinale gegen den Gastgeber VfL Kellinghusen braucht der Norderste ein wenig, bis er ein am Ende klares 3:1 erzielt.

Nach acht DM-Stunden greift am frühen Abend auch der Nordmeister aus Schneverdingen ins Turniergeschehen ein. Gegen Überraschungshalbfinalist Kellinghusen, das vorher Topfavorit Dennach aus dem Rennen warf, geht es gut los für den TV Jahn. Das 3:1 bedeutet die erste 2-Punkte-Führung des Spiels. Doch nach drei eigenen Fehlern liegt man prompt wieder 3:4 hinten. Kellinghusen nutzt auch in der Folge Schneverdinger Unsicherheiten zu einer 7:4-Führung. Schneverdingen kämpft, verkürzt von 5:8 auf 7:8. Kellinghusen reagiert, bringt die im ersten Spiel so starke Anika Bruhn aufs Feld. Bei 9:9 gleicht Aniko Müller für den TV Jahn aus. Satzball hat jedoch Kellinghusen – und der wird lang von „Jacky“ Böhmker genutzt. 

Dieser Treffer zeigt bei Schneverdingen auch zu Beginn des zweiten Satzes Wirkung. Doch nach 1:3-Rückstand kommt der Favorit so langsam auf Betriebstemperatur. Aniko Müller bringt mit zwe kurzen Bällen die erste Führung für den TV Jahn – 5:4. Die Führung hält jedoch nicht lange, denn mit einem „Lob“ über die Schneverdinger Abwehr erspielt Anika Bruhn ihrem VfL ein 8:7 und damit die erneute Führung. Die 9:7-Führung kurz darauf verspielt der DM-Gastgeber leichtfertig. Aniko Müller nutzt das eiskalt mit einem Ball durch die Mitte – 10:9 und erster Satzball für Schneverdingen. Der bringt dann auch den Satzausgleich. 

Nun läuft es beim TV Jahn – und Kellinghusen macht die Fehler. 4:0, dann 7:3 und 10:3 lauten die Zwischenstände. Schneverdingen lässt sich auch von der tief stehenden Sonne nicht von der Erfolgsspur bringen und macht nun sichtlich ernst. Aniko Müller punktet noch einmal kurz zum 11:3 und 2:1-Satzvorsprung.

Es wird noch einmal ausgeglichener im vierten Satz. Aber immer, wenn es eng wird, dann macht Schneverdingen die wichtigen Punkte. Aus 4:5-Rückstand wird das fast schon vorentscheidende 8:5 für den TJ Jahn. Dann zeigt Hinrike Seitz noch einmal ein sensationelles Rettungsmanöver und Aniko Müller ihre Angriffsqualität – 10:7 und drei Matchbälle Schneverdingen. Den verwandelt die junge Alina Karahmetovic diagonal.

Damit spielt Schneverdingen am Sonntag im Endspiel gegen Nordrivale Ahlhorn. Zuvor trifft Kellinghusen im Spiel um Platz drei auf Calw.

Hinrike Seitz (Schneverdingen): „Man hat schon gemerkt, dass wir nach der langen Wartezeit Schwierigkeiten hatten. Aber nach dem ersten Satz hat es dann schon ganz gut geklappt. Natürlich wollen wir nun auch gerne den Titel holen, aber man kennt Ahlhorn mit seinen kämpferischen Qualitäten. Das wird ein spannendes Spiel!“ 

TV Jahn Schneverdingen – VfL Kellinghusen 3:2 (9:11, 11:9, 11:3, 11:7)

Für Schneverdingen spielten: Hinrike Seitz, Aniko Müller, Annika Bösch, Theresa Schröder, Alina Karahmetovic

Für Kellinghusen spielten: Jacqueline Böhmker, Nadine Zühlke, Vemke Voß, Lisa Maas, Nadja Zühlke, Anika Bruhn, Annika Rennekamp 

Schiedsrichterin: Katrin Rosenow


Klare Angelegenheit: Berlin sprintet ins Endspiel

> TOBI ANDRES (L.) UND LUKAS SCHUBERT VOM VFK BERLIN (FOTO: FDBL/DENDULK)

Kellinghusen (DFBL/bec). Das ging zum ersten Mal an diesem DM-Tag fix: Mit 3:0 Sätzen hat der VfK Berlin sein Halbfinale gegen den TV Schweinfurt-Oberndorf gewonnen.

Dieses Duell gehört schon fast zum Standardprogramm einer jeden DM: Wie so oft stehen sich Nordmeister VfK Berlin und Süd-Vize Schweinfurt-Oberndorf in der Vorschlussrunde gegenüber. Und der VfK legt im Expresstempo los zieht zum 5:0 davon. Diesen Vorsprung bringt Berlin dann sicher durch den Satz – ein unterschnittener Kurzer von Sebastian Kögel sorgt fürrs 11:6. 

Ähnlich deutlich gestaltet sich auch Durchgang zwei. Denn dass die Berliner hier frisch aufspielen, während die Schweinfurter bereits fünf Sätze unter sengender Sonne hinter sich haben, ist deutlich zu sehen. So wird es wieder eine recht klare Angelegenheit – 11:7 für den VfK.

Dann machen es die Berliner selber spannend. Nach mehreren Fehlern beim Service führt der TVO erstmals deutlich mit 4:1. Nun kann auch Ausnahmespieler Fabian Sagstetter seine Qualitäten wieder ausspielen und mit einem Preller zum 5:1 erhöhen. Der sichere Satzgewinn ist das jedoch noch lange nicht, denn bei 6:6 ist der VfK wieder da – um dann allerdings wieder zwei Punkte zu kassieren. Mittlerweile hat beim Nordmeister Manuel Kögel das Zuspiel von Tobi Andres übernommen. Berlin hat parallel die Führung übernommen und den ersten Matchball herausgespielt – Sebastian Kögel ist kurz erfolgreich.

Der erste Matchball bringt die Berliner auch ins Finale – und die Zuschauer haben das schnellste Spiel des Tages gesehen. Im Endspiel trifft der VfK auf den Sieger der Partie Pfungstadt gegen Hagen – Schweinfurt spielt im kleinen Finale gegen den Verlierer.  

Lukas Schubert (VfK Berlin): „Wir mussten lange auf unser Spiel heute hier warten, dann war es umso schöner, dass es so gut geklappt hat. Die Atmosphäre hier mit der U12-DM nebenan ist einfach klasse – es muss ja nicht immer eine große Tribüne sein … Gegen wen es morgen geht, ist uns eigentlich egal – wir nehmen jede gelb-schwarze Mannschaft!


Ahlhorn nach nächstem Krimi im Endspiel

Kellinghusen (DFBL/bec). Es ist und bleibt eine Marathon-DM: Beim fünften DM-Spiel geht es zum vierten Mal über die volle Distanz. Der Ahlhorner SV schlägt Süd-Meister TSV Calw ganz knapp mit 3:2.

Das erste Halbfinale des DM-Wochenendes bestreiten der Süd-Meister aus Calw und der Nord-Vize aus Ahlhorn. Mit den international erfahrenen Angreiferinnen Stephanie Dannecker und Henriette Schell schaffen die Calwerinnen im ersten Satz gleich klare Verhältnisse: Nach 10:6-Führung holen sie sich den Satz mit 11:7.

Ahlhorn, mit den erfahrenen Rumpfkräften Janna Köhrmann, Imke Schröder und Sarah Reinecke, nimmt das gelassen hin und erspielt sich seinerseits schnell eine 6:2-Führung. Dann wird es jedoch ein enger Durchgang, denn Calw verkürzt auf 7:8 und gleicht kurz darauf auch aus. Ahlhorn wieder ungerührt und mit seinen ersten beiden Satzbällen. Gleich Nummer eins sitzt – Imke Schröder macht das 11:8.

Dass sich hier zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüberstehen, ist auch im dritten Durchgang klar zu sehen. Calw mit Vorteilen im Angriff, Ahlhorn mit der besseren Defensive – so sind es nur Kleinigkeiten, die die beiden voneinander entscheiden. Das Satzergebnis ist dann jedoch deutlich: 11:7 für Calw. 

Weiter geht es erst wieder ausgeglichen, dann aber mit Vorteilen für die Oldenburger, die mit 7:4 die erste klare Führung des Satzes einfahren. Calw verkürzt wieder, muss aber auch das 7:9 durch Imke Schröder hinnehmen. Den ersten Satzball bei 10:8 wehrt Henriette Schell über Felicia Gßler ab. Dann ein Schröder-Ass und die Zuschauer sehen unter sengender Sonne das nächste, mittlerweile schon vierte 5-Satz-Spiel dieser DM. 

Und auch in dem geht es wieder ganz eng und spannend zu. Beide Teams übernehmen mal die Führung. Nachdem Imke Schröder bei einem Service ein Fußfehler unterläuft, liegt der TSV Calw zwei Punkte vorne. Die ist nach Leinenball Dannecker jedoch auch schnell wieder weg. Beim letzten Seitenwechsel liegt der ASV knapp mit 6:5 in Führung, erhöht auf 7:5 und schenkt die Führung dann selbst wieder her – 7:7. So geht es immer weiter bis zum 13:12 für den Ahlhorner SV. Dann sehen die Zuschauer den letzten Ballwechsel der Partie, der zugleich auch der beste ist: Zigfach wegeht es hin und her – beide Angreiferreihen haben reichlich Chancen zum Punktgewinn, beide Defensiven wehren gekonnt ab. Als dann aber Calws Steffi Dannecker einen Ball diagnal zur Leine und hauchdünn ins Aus schlägt, steht der Ahlhorner SV tatsächlich im Finale. 

Janna Köhrmann: „Unsere Siege sind meist Arbeitssiege. Für uns ist es, so kommt es mir vor, über fünf Sätze einfacher als anders. Für uns war schon die Qualifikation sehr knapp, das war hier Bonus hier für uns. Und im fünften Satz sind wir dann durchgestartet.“


3:1-Sieg – Hagen haut Calw raus

Kellinghusen (DFBL/bec). Bei seinem ersten DM-Auftritt seit 18 Jahren spielt sikch der TSV Hagen in einenRausch.

Gegenden TSV Calw gewinnen die Westfalen nach nervösem Beginn mit 3:1 Sätzen und ziehen ins Halbfinale ein. 

In leuchtendem Orange und in Knallgelb stehen sie sich im letzten Quali-Spiel des Tages gegenüber: Calw in Orange mit dem Schweizer Nati-Angreifer Raphael Schlattinger erspielt sich gegen die gelben Hagener beim 4:2 die erste 2-Punkte-Führung. Hagen doch noch sichtlich nervös – obwohl dem Team mit Jahrhundertfaustballer Dirk Schachtsiek an der Linie geballte Faustballkompetenz zur Seite steht. Weil Schlagmann Philip Hofmann gegen eine starke Calwer Defensivarbeit nicht viel ausrichten kann, ist der Satz schnell mit 11:5 auf dem Konto der Süddeutschen. 

Doch Hagen, dass den wohl größten Fanblock auf den Rängen vorweisen kann, wird nun von Ball zu Ball sicherer. Dementsprechend kann der TSV aus Hagen den TSV aus Calw immer wieder vor unlösbare Aufgaben stellen. 8:4 und 10:6 sind die Stationen auf dem Weg zum Satzausgleich. Dann serviert Schlattinger mit Wucht ins Netz – 11:6. 

Auch nach dem Satzgewinn ist Hagen das deutlich druckvollere Team. Hofmanns Rückschläge fliegen immer wieder erfolgreich übers Netz. Er kann es aber auch mit Gefühl – so wie beim ersten Satzball, als er einen Sprungschlag antäuscht und das Spielgerät nur leicht über das Netz lupft. Mit 11:8 geht Durchgang drei an die Westfalen.

Calw, im vorigen Jahr immerhin Bronzemedaillengewinner, stemmt sich gegen das frühe EM-Aus. Und das im vierten Satz auch durchaus erfolgreich. 3:1 und 5:3 führt die Mannschaft aus dem Schwarzwald, die dann jedoch auch wieder den 6:6-Ausgleich kassieren muss. Damit ist der Widerstand der Orangenen gebrochen: Hagen zieht zum 10:8 in Front, kann seine ersten beiden Matchbälle jedoch nicht verwandeln. Mit zwei Prellern auf die Seite der Calwer macht Philip Hofmann den Sack dann wenig später doch noch zu: 12:10 und 3:1 für den Zweiten der Nord-Bundesliga.

Während die Calwer Männer die DM damit abschließen können, trifft Hagen am Abend auf den ganz großen Titelfavoriten: Im Halbfinale wartet der Serienmeister TSV Pfungstadt.


TSV Hagen 1860 – TSV Calw 3:1 (5:11, 11:6, 11:8, 12:10)

Für Hagen spielten: Robin Kuhlmann, Kevin Schmalbach, Ole Schachtsiek, Olaf Machelett, Philip Hofmann

Für Calw spielten: Nick Stoll, Raphael Schlattinger, Matthias Zierer, Philipp Kübler, Dennis Gruber

Schiedsrichter: Karsten Asbahr


3:2 nach 0:2 – Kellinghusen wirft Dennach raus

Kellinghusen (DFBL/bec). Das ist die große Überraschung des ersten DM-Tages: Der VfL Kellinghusen wirft als Außenseiter und Gastgeber des titelverwöhnten TSV Dennach aus dem Turnier. Nach 0:2-Rückstand gewinnen die Norddeutschen das Match noch mit 3:2.

Die Gastgeberinnen gehen als klare Außenseiterinnen ins Qulifikationsspiel gegen Topteam TSV Dennach. Der Respekt ist Kellinghusen zu Beginn auch anzumerken. Sonja Pfrommer und ihre Mannschaft nutzen das natürlich gerne. So ziehen sie fast ohne Probleme auf 10:5 davon und holen sich den Auftaktsatz klar mit 11:8.

Dann sind auch die Schleswig-Holsteinerinnen im Spiel. 4:1 führt der VfL Kellinghusen, doch er kann den Vorsprung nicht lange halten. Punkt für Punkt arbeitet Dennach sich wieder heran und zur Führung – 7:4 und kurz darauf schon 9:6. Zwei Punkte gelingen Kellinghusen noch, dann serviert Anika Bruhn weit ins Aus und sorgt für den 20-Satzvorsprung des Gegners – 11:8.

Das Heimteam will den Centercourt jedoch nicht so schnell wieder verlassen, das macht die VfL-Fünf im dritten Satz klar. Nach 1:3-Rückstand dreht Kellinghusen den Spielstand auf 5:3, 6:4 und 7:5. Diesmal kommt Dennach nicht wieder zurück: Anika Bruhn mit zwei langen Bällen und der VfL hat Satzbälle. Nummer zwei wird über die Dennacher Mitte genutzt zum 11:7 – Anschlusssatz.

Und plötzlich sehen die Zuschauer ein ganz anderes Spiel. Kellinghusen mit bärenstarken Rückschlägen, die Defensive zeigt ebenfalls spektakuläre Aktionen in Serie. Dennach wirkt ratlos, sieht sich schnel einem 3:8-Rückstand gegenüberstehen. Der Ausgleich nach Sätzen lässt nicht lange auf sich warten: 10:5 durch Anika Bruhn, dann schlägt Fenja Stallecker seitlich ins Aus zum 11:5 und 2:2.

Wieder muss ein fünfter Satz die Entscheidung bringen – die Zuschauer kommen hier voll auf ihre Kosten. Die ersten Fehler macht Dennach. Jacqueline Böhmker serviert ein Ass zum 3:1 und gleich danach erhöht über Anna-Lisa Aldinger auf 4:1. Zum letzten Seitenwechsel führt Kellinghusen sogar schon 6:1. Und plötzlich steht Dennach, das nach den ersten beiden Sätzen schon aussah wie der klare Halbfinalist, ganz kurz vor dem Aus.

Und tatsächlich: Der VfL Kellinghusen, den während des Spiels ein TV-Team des NDR begleitet, schafft am Ende die ganz große Sensation dieser DM. Der erste Matchball landet bei 10:7 noch knapp im Aus, der zweite wenig später ebenfalls. Dann ist ein Dennacher Zuspiel deutlich zu lang und der VfL Kellinghusen ist mit 11:9 und 3:2 nach 0:2-Rückstand doch noch im Halbfinale der eigenen DM.   

Anika Bruhn: „Es hört sich doof, an aber ich habe immer daran geglaubt, dass wir das Ding noch drehen können. Dann haben wir tatsächlich auch Moral gezeigt. In der Saison hatten wir einige Probleme, aber hier zuhause im Halbfinale zu stehen – das ist ein Traum! Im Halbfinale gegen Schneverdigen haben wir nachher nichts zu verlieren.“

> ERIK MAAS FLIEGT VERGEBLICH: KELLINGHUSEN VERLIERT GEGEN SCHWEINFURT (FOTO: DFBL/SCHÖNWANDT)

Kellinghusen (DFBL/bec). Für die Männer von DM-Ausrichter VfL Kellinghusen ist das Turnier sportlich schon nach einer Partie Geschichte. Der VfL unterlag in seinem Qualifikationsspiel dem TV Schweinfurt-Oberndorf mit 2:3 Sätzen.

Der erste Auftritt des DM-Gastgebers VfL Kellinghusen startet nach Wunsch für den VfL. 5:3 führen die Schleswig-Holsteiner gegen den TV-Schweinfurt-Oberndorf. Das Team um Dreifach-Weltmeister Fabian Sagstetter kommt jedoch schnell wieder heran. Erste Satzbälle hat der VfL bei 10:8. Nutzen kann er sie jedoch nicht. So ist es dann TVO-Schlagmann Oliver Bauer, der mit zwei druckvollen Rückschlägen das 12:10 herausspielt.

Ein ähnliches Bild bietet sich den Zuschauern auch in Abschnitt zwei. Wieder geht es ausgeglichen durch den Satz, wieder hat Kellinghusen erste Satzbälle. Erneut gelingt Bauer der 10:10-Ausgleich. Doch diesmal lässt der VfL sich nicht so leicht übertrumpfen. Rouven Schröder sorgt mit ganz viel Übersicht für den Satzausgleich – 13:11.

Danach läuft es immer besser bei Schweinfurt, vor allem bei Kapitän Fabian Sagstetter. Bei seinem letzten Auftritt als Faustballer – ab September spielt Sagstetter als Profi in der Volleyball-Bundesliga – zeigt er spektakuläre Rettungsaktionen und sorgt auch noch selber für wichtige Punkte. Bei 9:3 steht der TVO kurz vor dem Satzgewinn, bei 11:3 ist er eingefahren.

Kellinghusen macht einen Haken hinter den klar verlorenen Satz und spielt zu Beginn von Satz Nummer vier wieder stärker. Das Service von Sascha Heidrich passt nun wieder besser und in der Abwehr gelingen Marten Kabbe erneut spektakuläre Aktionen. So steht es – nach längeren Spielstandsdiskussionen mit Schiedsrichter und Betreuern – wieder ausgeglichen 4:4. Bei 7:6 hat der VfL dann die Nase vorne. Rouven Kadgien erhöht auf 9:6. Schweinfurt kann nur noch verkürzen und kassiert den Satzausgleich: 11:8 durch Sascha „Heidi“ Heidrich.

Wieder muss ein fünfter Satz entscheiden – und wieder wechselt die Führung. Schweinfurt steht  beim 6:3 zum allerletzten Seitenwechsel schon kurz vor dem Einzug ins Halbfinale. Als dann noch Fabian Sagstetter kurz punktet, ist der Widerstand des Gastgebers gebrochen. Ein umjubelter – und eigentlich ungewollter – Punkt der Schweinfurter sorgt für das 9:5. Dann gibt’s Matchbälle – und Neu-Volleyballprofi bringt sein Team mit einem Rückschlag auf die Füße von Heidrich ins Halbfinale der Faustball-DM 2019. Gegner wird dort de VfK Berlin.

Erik Maas (VfL Kellinghusen): „Sportlich können wir mit unserer gezeigten Leistung durchaus zufrieden sein. Natürlich ist es schade, dass man bei der eigenen DM schon raus ist – aber unsere Mädchen sind ja auch noch da. Die packen das.“     


3:2 gegen Segnitz – Ahlhorn kämpft sich ins Halbfinale


Kellinghusen (DFBL/bec). Mit einem absoluten Krimi beginnt die DM von Kellinghusen. Und mit dem Ahlhorner SV holt sich das favorisierte Team seinen Platz im Halbfinale. 3:2 gewinnen die Norddeutschen nach fünf schwer umkämpften Siegen gegen den TV Segnitz.

Das Auftaktspiel der Frauen ist ein Duell der Gegensätze: Auf der einen Seite die DM-Dauerteilnehmer vom Ahlhorner SV, auf der anderen das junge Team des TV Segnitz. Zu Beginn des Spieles sind Jugend und Routine auf dem Kellinghusener Centercourt auf Augenhöhe. Segnitz um Welt- und Europameisterin Svenja Schröder bleibt bis 8:8 dran. Dann macht Ahlhorn die entscheidenden Punkte zum ersten Satzgewinn des DM-Wochenendes – 11:8.

Abschnitt zwei beginnt mit drei Fehlern von ASV-Angreiferin Imke Schröder. Danach übernimmt die erst 18-jährige Tokessa Köhler-Schwartjes das Service bei Ahlhorn. Beim ASV ist der Faden gerissen und Segnitz kann das Punkt um Punkt nutzen. Beim Nord-Vize kommt Felicia Gißler für Imke Schröder. Dennoch steht es schnell  10:5 – und Svenja Schröder macht den Satzausgleich perfekt.

Segnitz, das Team mit den deutlich lauteren Fans auf den Rängen, spielt nun deutlich unaufgeregter als zu Beginn. So übernehmen die Süddeutschen auch im dritten Satz wieder die Regie. Zur Satzmitte steht es 5:3. Beim ASV ist Imke Schröder zurück und auch ihre Kolleginnen kommen wieder besser in die Partie. Ahlhorn gleicht aus, übernimmt dann erstmals selber wieder die Führung – 8:7. Das lässt sich die Mannschaft von Routinier Janna Köhrmann nicht mehr nehmen – 11:8.

Das Auftaktspiel bleibt weiter eine knappe Kiste – nun häufig wieder mit erfolgreichen Abschlüssen der Segnitzerinnen. Die Ex-Eibacherin Svenja Schröder punktet mehrfach über die Ahlhorner Mitte und sorgt für einen 9:6-Vorsprung. Janna Köhrmann räumt ihren Platz für Felicia Gißler. Satzbälle holen aber die Segnitzerinnen – und mit einem kurzen Schröder-Ball auch den erneuten Ausgleich – 11:8.

Im entscheidenden fünften Satz kommt Janna Köhrmann zurück und hilft ihrem Team mit all ihrer Erfahrung, ein 1:3 in eine 4:3-Führung zu drehen. Segnitz wirkt nun zum ersten Mal beeindruckt, als bei 6:4 für den ASV ein letztes Mal die Seiten gewechselt werden. Doch eine eventuelle Unsicherheit ist schnell wieder weg – weil Svenja Schröder mit zwei kurzen Bällen sofort den Ausgleich holt. Aber den letzten deutlichen Vorsprung erspielen sich dann doch die erfahrenen Ahlhornerinnen – Imke Schröder über die Mitte zum 9:6 und gleich darauf zum 10:7. Nachnamensvetterin Svenja kann kurz verkürzen, dann macht Imke ein letztes Ass durch die Mitte. 11:8 und 3:2 für den Ahlhorner SV. Routine schlägt Jugend und steht im Halbfinale gegen den Süd-Meister vom TSV Calw.